Kurze Antwort
Weder noch direkt: Das Elterngeld wird vom Bruttoeinkommen berechnet, aber mit pauschalen Abzuegen in ein sogenanntes Elterngeld-Netto umgerechnet. Dieses weicht oft vom tatsaechlichen Nettoeinkommen ab.
Grundlage
Bruttoeinkommen
Abzuege
Pauschale Sozialabgaben + Lohnsteuer
Ergebnis
Elterngeld-Netto (fiktiv)
Wichtig
Nicht identisch mit echtem Netto
Viele Eltern sind ueberrascht: Das Elterngeld richtet sich weder direkt nach dem Brutto noch nach dem tatsaechlichen Netto. Stattdessen berechnet die Elterngeldstelle ein fiktives Elterngeld-Netto.
Der Grund: Das echte Nettoeinkommen haengt von individuellen Faktoren ab -- private Zusatzversicherungen, vermoegenswirksame Leistungen, Kirchensteuer. Um Gleichbehandlung sicherzustellen, werden pauschale Abzuege verwendet:
Kirchensteuer und Solidaritaetszuschlag werden nicht abgezogen. Dadurch kann das Elterngeld-Netto hoeher sein als das tatsaechliche Netto.
Ein Beispiel zeigt den Unterschied. Sarah, 30, Marketingmanagerin, 3.200 EUR brutto, Steuerklasse 1, kirchensteuerpflichtig:
Echtes Netto (Gehaltsabrechnung):
Elterngeld-Netto (pauschale Berechnung):
Das Elterngeld-Netto ist hier ca. 47 EUR hoeher als das echte Netto, weil Kirchensteuer und der hoehere tatsaechliche Sozialversicherungsbeitrag nicht abgezogen werden.
Berechne dein Elterngeld-Netto
Zum RechnerFuer die Elterngeld-Berechnung ist ausschliesslich das Elterngeld-Netto relevant. Bei einem Elterngeld-Netto von 2.108 EUR betraegt Sarahs Elterngeld:
2.108 EUR x 65 % = 1.370 EUR Basiselterngeld
Haette man das echte Netto von 2.061 EUR verwendet, waeren es nur 1.340 EUR -- also 30 EUR weniger pro Monat. Umgekehrt kann es aber auch vorkommen, dass das Elterngeld-Netto niedriger ist als das echte Netto, etwa bei:
Die pauschale Berechnung kann also sowohl zu deinem Vorteil als auch zu deinem Nachteil ausfallen.
Nein, die Elterngeldstelle berechnet immer das Elterngeld-Netto mit den gesetzlich festgelegten Pauschalen. Dein tatsaechliches Netto spielt fuer die Berechnung keine Rolle.
Nein, weder Kirchensteuer noch Solidaritaetszuschlag werden beim Elterngeld-Netto abgezogen. Das kann fuer Kirchenmitglieder vorteilhaft sein, da das Elterngeld-Netto dadurch hoeher ausfaellt.
Das laufende steuerpflichtige Bruttoeinkommen aus nichtselbstaendiger Arbeit. Einmalzahlungen wie Weihnachtsgeld oder Boni werden herausgerechnet und zaehlen nicht.
Ja, der geldwerte Vorteil eines Dienstwagens (1-%-Regelung) zaehlt zum steuerpflichtigen Bruttoeinkommen und erhoeht damit das Elterngeld.
Beamte zahlen keine Sozialversicherungsbeitraege, aber die pauschalen 21 % werden trotzdem vom Brutto abgezogen. Das kann zu einem niedrigeren Elterngeld-Netto fuehren als das tatsaechliche Netto.
Steuerfreie Einnahmen wie Nacht- oder Sonntagszuschlaege zaehlen nicht zum Bruttoeinkommen fuer das Elterngeld. Sie erhoehen das tatsaechliche Netto, nicht aber das Elterngeld-Netto.
Bruttoeinkommen minus 21 % pauschale Sozialabgaben minus Lohnsteuer laut Steuerklasse. Am einfachsten nutzt du unseren Elterngeldrechner fuer eine exakte Berechnung.
Nein, die Pauschalen (9 % KV/PV, 10 % RV, 2 % AV) gelten unveraendert. Sie werden gelegentlich per Gesetz angepasst, fuer 2026 sind keine Aenderungen geplant.
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